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SinulogFamilie

Autor: Nils | Datum: 20 Januar 2015, 01:19 | 0 Kommentare

Ich wache endgültig auf. "Trommeln, Trommeln in der Tiefe." Nein, in der Ferne. Trommeln? Natürlich. Seitdem ich hier bin wird diesem Tag herbeigesehnt. Was habe ich ein Glück, dass ich schlafen kann, egal was um mich herum passiert. Sonst wäre ich schon über zwei Stunden wach, um 7 Uhr morgens. Die Lautstärke der Trommeln und Musik ist umwerfend. Nach der Morgenandacht, frühstücke ich mit meiner Gastfamilie zusammen. Dann gehen wir gemeinsam in den frühen Gottesdienst in der nahen Bradford-Kirche. Dort ist es schwer den Pastor zu verstehen durch die unfassbare Lautstärke auf der Straße. Danach geht es rein in die Menschenmassen: es ist Sinulog Festival. Das Festival! Seit fünf Uhr morgens zieht die Parade an Gruppen bereits durch die Straßen Cebu Citys. Als wir gegen neun Uhr ankommen, sind sie immer noch mit vollem Enthusiasmus dabei. Es soll bis Abends um 9 Uhr so weiter gehen. Fast 16 Stunden zieht die Parade, ziehen die Wagen, Tänzer/innen, Bands, Schauspieler und Gruppen durch Cebu City (nicht im Kreis – man muss sich mal vorstellen wieviele Menschen das allein dort sind). Doch ein Großteil der knapp drei Millionen Menschen läuft auf dem freien Teil der Straße, schaut sich den Umzug an, isst und trinkt, lacht und malt sich an und hat einfach nur Spaß. Unter ihnen: ich. Mit meinem Freund Jay ziehe ich über das Festival-Gelände, was schlicht einfach die gesamte Stadt ist. Es ist der Wahnsinn.

Scheinbar verbringen alle Filippinos den Samstag beim Besuch des Papstes in Tacloban und Manila oder hier, nah vor unserer Haustür. Es ist ein Tag, den ich nie vergessen werde. Wer einmal die Möglichkeit hat Sinulog zu erleben, der sollte sich das nicht entgehen lassen! Es ist ein ausgelassenes Feiern eines eindrucksvollen Volkes. Es ist das Ehren des Jesuskindes, das Feiern der eigenen Kultur, die Gemeinschaft mit Freunden und Familie, der Spaß an Party, das Erlebnis der Menschenmassen, es ist Sinulog. Der Tag vergeht viel zu schnell mit Jay, vielen weiteren neugewonnenen philippinischen Freunden und meinen Gastgeschwistern.

Denn neuerdings wohne ich seit zwei Wochen in meiner Gastfamilie. Pastor Bless und seine Frau (meine Gasteltern) haben vier Söhne (zwei wohnen noch hier – meine älteren, aber kleineren Gastbrüder). Eine Tante und ein Onkel (mit Frau und zwei Kindern) wohnen noch mit uns, außerdem Oma und ein Cousin, der in der Stadt zur Schule geht.
Es ist sehr schön hier, da sie mich schon zu einem Teil ihrer Familie gemacht haben, ich mitesse, genauso mitabwasche, vor allem mit meinen Gastbrüdern und -cousins viel Spaß habe und mich so sehr angenommen und aufgehoben fühle. So auch während Sinulog.

Mein Januar verfliegt quasi und jetzt ist auch das große Highlight Sinulog vorbei. Ich möchte es wieder und wieder erleben und bin aber auch so froh es überhaupt einmal erlebt zu haben.

Viva Cebu City! Ein Lied bleibt im Kopf, zwangsläufig. Jede Gruppe hatte ihre Bläserabteilung und alle haben den Sinulog Song gespielt. Er ist seit Tagen in meinem Kopf und ich laufe pfeifend umher, werde lachend angeguckt (was ich sonst aber auch häufig werde) und lächle zurück. Manchmal stimmt jemand ein, manche geben ein High Five, manche laufen einfach weiter. Jedoch haben alle eins gemeinsam: sie sind glücklich. Sinulog hat einen ganz besonderen Wind durch die Stadt gepustet (nach dem letzten Taifun am Samstag). Ohja. Sinulog.

Heute, ein Tag später, kam mir die Straße so unheimlich leer vor, es war ganz normal wie an jedem Tag, aber es war so sauber, so leer, so wenig Sinulog, aber wenigstens konnte man wieder vernünftig einfach laufen.

 

Ganz liebe Grüße an euch alle,

ich weiß nicht wie meine Stimmung noch weiter steigen soll, aber das habe ich bereits an vielen Tagen auf den Philippinen gedacht und irgendwie schaffen sie es doch immer. Aber ich habe das Gefühl, dass Sinulog nocheinmal aus den bereits besonderen Momenten rausragt. Ich werde es sehen. Genießt eure Zeit, wo auch immer auf der Welt ihr gerade seit. Auf den Philippinen wurde nämlich genau das gemacht und es war sehr gut!

Euer Nils

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