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Autor: Nils | Datum: 12 Januar 2015, 12:23 | 0 Kommentare

Und jetzt fahren sie. Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr.“ - Simon Peters aus „Millionär“

 

Der Januar 2015 steht im Zeichen der Partner der UCCP. Die Kirche hat verschiedene Gruppen, die sie unterstützt. Ich darf etwa drei Wochen mit diesen Partnern verbringen. Der erste Partner war die Gruppe „PISTON“. Es ist ein Zusammenschluss von Fahrern der Jeepneys (Kleinbusse und Hauptverkehrsmittel in Cebu) und Tricycles (Motorräder mit Beiwagen vor allem in Nebenstraßen und Dörfern). Die Fahrer haben ein hartes Leben. Sie leihen ihre Vehikel von reichen Besitzern und müssen jeden Tag einen Festbetrag an den Besitzer abgeben. Das hört sich jetzt ja nicht unlogisch an. Aber der Mehrverdienst ist die Einnahmequelle eines Fahrers. Er muss zusehen sein Jeepney voll zu bekommen, dass die Fahrgäste auch bezahlen und dass am Ende des Tages ein Plus steht von dem das Leben bezahlt werden kann. Daher wird gefahren von frühmorgens bis spätabends, geregelte Arbeitszeiten sucht man vergeblich.

 

An dieser Stelle möchte ich ganz herzlich Jonas Lemke danken. Du warst derjenige, der mir in unserem wunderbaren ersten Dänemark Urlaub das Hörbuch „Millionär“ gezeigt hast. Nachdem ich mich mittlerweile einige Male zu Tränen gelacht habe, dachte ich während meiner Zeit mit den Fahrern an diese Worte: „Und jetzt fahren sie. Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr.“

Denn das ist es, was sie machen. Es erscheint einem vielleicht komisch, aber die Zeit mit den Fahrern war sehr besonders: ich habe das Geld der Fahrgäste eingesammelt, dieselbe Tour 10 Mal am Tag gefahren (als Beifahrer), Cebu Citys Stau wiedermal erfahren, mich mit der philippinischen Kultur auseinandergesetzt und mich dem Lebensstandart angepasst. Geschlafen haben wir auf einem Tankstellenparkplatz hinten im Jeepney, geduscht öffentlich in der Straße (wobei ich natürlich immer beobachtet werde), gegessen, wenn Geld da ist.

Und es war eine so interessante Zeit in den vergangenen Tagen, ich wurde so gut von der Gemeinschaft aufgenommen und ich werde daran denken, dass es Menschen gibt, die ein sehr hartes Leben führen, um über die Runden zu kommen, Menschen, die mich nie das Essen zahlen lassen wollten, weil ich doch der Gast war, Menschen, die so glücklich waren, so gastfreundlich, so besonders, ohne die Besitztümer, die andere vielleicht als „lebenswichtig“ bezeichnen.

 

Nach der nächsten Woche im Krankenhaus und das darauffolgende Sinulog-Festival, werde ich eine Woche mit Bauern in Süd-Cebu leben und darauf die letzte Januarwoche mit Fabrikarbeitern und dem UCCP Partner für Fair-Trade.

Kurzes Update: ich war Anfang Januar wieder krank, ich tippe mal, dass es an dem ständigen hin und her mit den Klimaanlagen liegt. Jetzt habe ich aber keine mehr in meinem neuen Zimmer bei meiner Gastfamilie, also hoffe ich, meine monatliches Fieber jetzt endlich loszusein.

Liebe Grüße und vergesst nicht, manchmal ist weniger mehr!

 

Nils

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