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Schedule of Duty

Autor: Nils | Datum: 25 Oktober 2014, 10:08 | 1 Kommentare

Schedule of Duty - So nennt sich das Stück Papier, welches ich letztens bekommen habe. Und es ist der Wahnsinn. Ich habe einen richtigen Plan und weiß, wie ein Großteil meines Jahres ablaufen soll.

Ich möchte natürlich, dass ihr auf dem Laufenden seid, wenn ihr schon in den Blog schaut und daher gibt es jetzt die Übersicht auch für euch:

Nach meinen ersten sehr interessanten und lehrreichen vier Wochen im Nursing Department des VCMC folgt jetzt eine Woche beim UCCP National Council Meeting in Maasin auf der Insel Leyte.

In der ersten November-Woche bin ich dann weiterhin im Nursing Department, wie vorgesehen (Endoscopy, Röntgen, Hämodialyse). Daraufhin habe ich eine Woche in der theologischen Abteilung des Krankenhauses, wo Workshops durchgeführt werden und Patientengespräche geführt werden. Vom 17.-26. November werde ich dann in den Bereichen eingesetzt, die ich durch meine Krankheit leider verpasst habe (Kreißsaal, Annex 2+5 (Stationen)). Dann ist der November auch schon fast vorbei und meinen Dezember verbringe ich dann unter anderem in der Radiologie, Pharmazie, im Labor, im Finanz-Office des Krankenhauses, beim Krankenhaus-Sozial Arbeiter und in einigen weiteren Stationen, die nicht-medizinisch im Krankenhaus sind. Dazu bin ich jeweils einen bis drei Tage in jeder Abteilung.

Über Weihnachten und Silvester wurden mir dann erstmal Ferien gelegt. Also habe ich parallel zu den deutschen Schulferien auch frei. In der Zeit werde ich aber wohl eine Woche bei einem „Christmas-Camp“ teilnehmen.

Im Januar werde ich dann verschiedene „Exposures“ zu philippinischen Familien in ländlichen Gegenden haben. Also mit Farmern, Fischern und sozial schlechter gestellte Familien. Die werden wahrscheinlich wöchentlich durchgeführt, aber dazu steht der detaillierte Plan noch nicht.

Anfang Februar habe ich dann mit Simon gemeinsam das Zwischenseminar in Davao, was mindestens eine Woche dauert. Wahrscheinlich führt unsere Mentorin Hazel jedoch noch eine weitere Woche Seminar mit uns direkt im Anschluss durch.

Ende Februar geht es dann für mich nach Badian, auf die medizinische Outreach-Stelle auf dem Land, die in Verbindung mit dem VCMC steht.

Der März ist bisher zur Mitarbeit in meiner Kirche gedacht, jedoch wissen sowohl mein Pastor und auch ich noch nicht, was wir dann machen, weil ich schon einen Großteil der Programme mitmache.

Vielleicht werde ich in der Zeit auch einfach besucht.

Im April und Mai steht das Programm dann schon wieder etwas klarer, da ich dort mit dem Bischof zusammen in die verschiedenen Kirchen-Konferenzen reisen werde. Die sind auf den Inseln Cebu, Negros und Bohol. Ich werde also viel vom Land sehen und wichtige UCCP Leute kennenlernen.

Juni und Juli sind noch vakant, jedoch weiß ich schon sicher, dass ich noch einmal ins VCMC zurückkehren werde (chirurgische und innere Abteilung sowie in den OP).

Im August wird dann auf jeden Fall ein Evaluations Programm mit Simon und unserer Mentorin stattfinden.

Irgendwann und irgendwo werde ich auch noch Urlaub machen und in meiner Kirche (Redeemer Church) bin ich sowieso unfassbar gut beschäftigt und werde überall mit hingeschleppt.

Mein Wochenende verbringe ich fast komplett in der Kirche. Aber das ist schön, so vertiefen sich die Kontakte und zumindest einige nehmen mich als normal an und machen keinen großen Bohei, wenn ich erscheine.

 

Soweit die Planung für das Jahr. Philippino-Planung heißt aber auch, dass alles anders kommen kann, wie zum Beispiel meine nächste Woche in Maasin, die sehr spontan dazwischen geschoben wurde. Ich freue mich aber darauf.

 

Machts gut, bei Fragen einfach kommentieren oder melden und viel Spaß auch bei den Anderen Freiwilligen-Blogs der VEM, sind tolle Menschen, die in der Welt unterwegs sind. Und guckt euch unbedingt das "Air New Zeeland"-Sicherheitsvideo an.

 

Liebe Grüße, Nils.

 

Ladyboy

Autor: Nils | Datum: 21 Oktober 2014, 13:25 | 2 Kommentare

Seit zwei Monaten bin ich bereits auf den Philippinen. Und man könnte meinen, dass ich den Überblick behalte über meine neuen Eindrücke, das Leben alleine und weit weg von der Heimat, das Essen, die Menschen und alles, was sonst noch neu ist. Man könnte meinen, dass ich den Überblick behalte, weil ich hier über alles drüber gucken kann, weil ich größer bin als der Großteil der Filippinos, die ich bisher getroffen habe. Erst ein Krankenpfleger hat es geschafft, dass ich körperlich zu ihm aufblicken musste, sonst sieht es gerade auf Gruppenfotos nahezu lächerlich aus, wenn die ganzen freundlichen Filippinos/as in die Kamera lächeln und ich wie ein Leuchtturm hinter ihnen hergrinse.

Aber die Größe ist nicht das Einzige, was auffällt. Es ist definitiv eine Sache, dass ich eine hellere Hautfarbe besitze, als die Meisten der Filippinos, die ich bisher getroffen habe. Und ich möchte da keinen Unterschied draus machen, aber das ist unfassbar schwer, wenn mir immer aufgezeigt wird, dass es ein riesen Unterschied für die Filippinos ist.

Ich komme nicht umher ein unfassbares Ego auszubilden, weil mir nur so an den Kopf geworfen wird, dass ich hübsch/handsome/guapo bin. Und ja, ich glaube, dass ich damit ganz gut umgehen kann. Ich meine wer hat groß Probleme damit, wenn nette, witzige Filippinas einem Komplimente machen, sodass man darin einsinkt?

Was aber definitiv neu für mich ist (und das kann durchaus daran liegen, dass ich aus dem kleinen Knetterheide komme und nicht unbedingt einer Großstadt angehöre (Bielefeld zähle ich da auch nicht zu), wie Köln, Hamburg oder Berlin), dass Homosexuelle und Transgender-Frauen mir sehr eindeutig zu verstehen geben, dass ich der Traumpartner bin. Für mich ist das super ungewohnt, dass die Homosexuellen (die das hier sehr viel offener und in größerer Menge ausüben) mich anschmachten und meine Handynummer haben wollen um Zeit mit mir zu verbringen. Es gibt mit Sicherheit einige, die wirklich nur Zeit mit mir verbringen wollen, aber es gibt auch die andere Seite und die habe ich letzte Woche erlebt. Ich habe sie direkt nach dem Vorfall wie folgt in meinem Handy zusammegefasst, damit ich sie nicht vergesse: "Wie unangenehm war das denn gerade? Als ich auf dem Weg zur Kirche bin, quatschen mich zwei Frauen an. Beide sind offensichtlich transsexuell. Sie laufen hinter mir her und ich führe spärlich Konversation. Ich müsse unbedingt ihre Handynummer haben, meint Eine. Sie diktiert sie jedoch ins Nichts. Sie folgen mir auch in die Nebenstraße, in der ich auf meinen Jeepney hoffe. Eine der Transexuellen packt mich immer an meinem Arm, Ich löse mich ständig. Wir sollten mal ein Bier trinken, ich sei so schön und vielleicht sollten wir auch mal etwas anderes machen, so redet sie zu mir. Als ich an der Ecke für meinen Jeepney ankomme, bieten sie mir an mich doch zu ihnen zu setzen. Nein, danke, aber ich möchte einfach nur auf meinen Jeepney warten. Eine der beiden versucht hartnäckig meinen Arm zu umfassen. Es ist mehr als unfassbar unangenehm. Da kommt mein Jeepney. Ich steige ein und das erste Mal auf den Philippinen schmetter ich kein freundliches Bye-Bye.
Diese Art von Aufmerksamkeit brauche ich nicht wirklich wieder. Es war eine der unangenehmsten Situationen für mich auf den Philippinen."

Diese Situation steht beispielhaft für bereits drei oder vier ähnliche Ereignisse, wo mein Homosexueller oder Transexueller Gegenüber relativ klar gesagt hat, wohin diese kleine Konversation führen soll.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass ich es wirklich nicht gewohnt bin und ich den Umgang mit solchen Situationen und der Andersartigkeit des nicht-heterosexuellen Lebens noch lernen muss.
Die Anzahl der Homosexuellen und Transsexuellen ist hier wirklich anders als meine Erlebnisse in Deutschland und die Art wie die Sexualität ausgelebt wird und daher kenne ich das nicht und es fordert mich wirklich immer ein Stück weit heraus.

Liebe Grüße nach meinem wahrscheinlich ersten nachdenkenswerten Beitrag

Nils - immernoch glücklich in Cebu City.

 

6 Wochen in weiß

Autor: Nils | Datum: 02 Oktober 2014, 12:46 | 5 Kommentare

12 Wochen werde ich jetzt im Krankenhaus verbringen. Eine davon ist jetzt schon fast verflogen.
Die ersten 6 Wochen bin ich im Krankenpfleger-/Doktoren-Bereich eingeteilt, was bedeutet, dass ich eine Art Pflegepraktikum mache und ganz viel sehen kann, was auch für eine zukünftige Studienwahl nicht schlecht sein wird.
Folgende Einteilung habe ich für die ersten sechs Wochen: 29.+30.9: Notfallambulanz. 1.+2-10: Kinder-Klinik. 3.10: Entbindungsstation. 6.10: Kreißsaal. 7.10: Neugeborenenstation. 8.-10.10: OP. 13.-15.10: Intensiv- und Einzelpflege. 16.+17.10: Chirurgische Station. 20.-22.10: Innere Medizin. 23.+24.10: Patienten-Station 1. 27.+28.10: Patienten-Station 2. 29.-31.10. Patienten-Station 5. 3.11: Endoskopie. 4.11: 2d Echo/4D. 5.+6.11: Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD). 7.11: Hämodialyse.
So werde ich in sechs Wochen ein komplettes Krankenhaus erkunden und die Bäuche der Krankenschwestern und Krankenpflegern mit Löchern versehen!
Danach geht es bis Weihnachten in verschiedene weitere Bereiche eines Krankenhauses, die bis jetzt aber noch nicht durchgeplant sind. Es wird aber geistliche Betreuung der Patienten dabei sein, administrative Arbeiten, wirtschaftliche Aspekte und alles Weitere, was man noch in einem Krankenhaus erleben kann.

Ich habe zumindest die ersten Tage genossen und in der Notfallambulanz und auf der Kinder Station schon unfassbar viele Eindrücke sammeln können. Die Belegschaft möchte immer auf meine Wünsche eingehen und ich war auch schon mit einigen neuen Kollegen am Dienstag essen, was sehr witzig war.

Daran muss ich mich nicht mehr gewöhnen: es ist mittlerweile schon Routine nach der morgendlichen Dusche mich ganz in weiß zu kleiden. So falle ich etwas weniger im Krankenhaus auf.

Also lebe ich mich hier in Cebu City richtig gut ein, bin acht Stunden am Tag im VCMC und wohne in einem geräumigen Übergangszimmer (für einige Wochen) nur drei Fußwegminuten vom Krankenhaus entfernt.

 

Liebe Grüße

 

Ein Plan

Autor: Nils | Datum: 24 September 2014, 13:04 | 0 Kommentare

Hey,

ich habe gestern einen ungefähren Plan darüber erhalten, wie mein Jahr aussehen wird und das teile ich euch natürlich herzlich gerne mit, denn etwa 10 Monate nach der Nachricht der VEM weiß ich auch, wie und wo ich eingesetzt werde - ein tolles Gefühl. :D

Also der Plan sieht folgendermaßen aus: Von Oktober bis Weihnachten werde ich im Visayas Community Medical Centre (VCMC) sein. Dort werde ich jede Woche in einen der 13 Krankenhaus-Bereiche reinschnuppern und kann so das gesamte Krankenhaus, den Ablauf, das Leben und Arbeiten kennenlernen. Ich darf sicher auch immer ein bisschen was tun, wofür ich mir schon ein unfassbar schickes, weißes Outfit gekauft habe. Genauer gesagt drei.

Über Weihnachten wird es dann wohl so sein, dass ich parallel mit den Schulferien, zwei Wochen frei bekommen soll. Okay.
Im Januar dann soll es Reisen und Einblicke in das Leben der Fischer, Farmer, Fahrer, armer Leute in ländlichen Gegenden und etwas über Fair Trade geben.
Im Februar ist der Plan, dass ich auf der medizinischen Outreach Stelle des VCMC dabei bin.
Der März soll ganz der Arbeit und der Teilnahme meiner örtlichen Kirche verschrieben sein (Redeemer Church) - darauf freue ich mich schon sehr.

Von April bis Mai ist es dann so geplant, dass ich Einblicke in die West-Visayas Conference mit dem Bischof bekomme, der einen super freundlichen Eindruck macht.
Von Juni bis August ist dann noch nichts spezielles geplant, wahrscheinlich darf ich dann aussuchen, in welche Bereiche ich zurückkehren möchte.

Diesen Plan darf man ungefähr nicht genau nehmen, da für mich auch Seminare anstehen, Urlaube und gerne auch Besuche oder sich ein Bereich etwas länger/kürzer gestaltet wird.
Es ist nur eine Richtlinie, was ich dieses Jahr erleben und sehen soll.

 

Ich bin total froh diesen Plan zu haben und bin ganz überrascht so weitsichtig planen zu können.
Hat mich sehr gefreut.

 

Also es geht los. So richtig am Montag (aber auch schon mit einer Reise am Samstag und allem, was sonst so anfällt in den nächsten zwei Tagen).

Seid ganz lieb gegrüßt,

ich komme wirklich gut zurecht. (*Augenbrauen hochzieh* (wie es so üblich ist))

 

Ach, das war ein Taifun?!

Autor: Nils | Datum: 21 September 2014, 17:01 | 1 Kommentare

Ich rolle das jetzt mal Stück für Stück von hinten auf.
Die letzten eineinhalb Wochen habe ich auf Kinyatarcan Island und Bantayan Island verbracht. Diese beiden Inseln liegen nördlich/nordwestlich von Cebu. Vor 11 Monaten wurden sie vom Taifun Haiyan (hier Taifun Yolanda) getroffen, bekamen aber nicht wirklich Aufmerksamkeit, da sie weitab vom Zentrum des Taifuns liegen (Tacloban auf Leyte und Samar).
In der Zeit meiner Reise mit fünf amerikanischen Freiwilligen lebten wir mit Gastfamilien zusammen (fünf verschiedene bei acht Nächten) und konnten uns mit diesen über die Erfahrungen des Taifuns, der Zeit danach und die Zukunft unterhalten.

Organisiert wurde die Reise von FarDeC (Farmers Development Centre), sodass uns Mitarbeiter begleiteten und uns auch in der Verständigung unterstützten.

Doch wie sah die Zeit letztendlich aus? Wir haben viel mit den Menschen vor Ort gesprochen, haben versucht, dass sie merken, dass wir normale Menschen sind und haben unfassbare neue Erfahrungen gemacht.

Zum Beispiel haben wir an einem Tag Mais geerntet. Da ein Taifun über die Insel zog, konnten wir nur vier Stunden arbeiten, aber es war sehr anstrengend, weil es ultra heiß war und wir lange Arbeitskleidung getragen haben, bis es dann von einem auf den anderen Moment umschwang und anfing zu regnen.
Erst als das nach einem Tag nicht aufhörte, wurde uns gesagt, dass wir es mit einem Taifun zu tun hatten. Während wir also im warmen drinnen saßen, war unser Gastvater arbeiten. Er musste mindestens acht Stunden arbeiten, egal bei welchem Wetter, um mit 150 Pesos (weniger als drei Euro) am Tag bezahlt zu werden. Es war beeidndruckend und traurig zugleich von ihm zu hören, dass er es für seine Familie macht, die auf das Geld angewiesen ist, dabei aber von den Landeigentümern (Land Lords) so ausgenutzt wird.

An anderen Tagen trafen wir uns mit verschiedenen Gruppen, um Taifun-Erfahrungen auszutauschen (wobei wir Freiwilligen wenig mitzuteilen hatten) oder durften an der Arbeit teilhaben, die unseren Gastfamilien den Lebensunterhalt finanziert (von Mais pflücken/bearbeiten bis zu Muschelketten basteln). Eine Sache fiel mir immer auf und war unfassbar ermutigend: die Gemeinschaft und der Zusammenhalt von Dorfgruppen. Es war einfach toll zu sehen, wie sich die Menschen eines Dorfes unterstützen, helfen und Spaß zusammen haben. Ich bin sehr froh, für neun Tage Teil davon gewesen zu sein.

Ein weiterer Taifun (Mario) traf uns noch, der etwas stärker war und der auch Cebu City überflutete. Da war ich noch nicht wieder zurück.
Jetzt bin ich aber zurück und darf am Dienstag meinen ersten Tag im VCMC verbringen.

 

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