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Der Blick aus dem Fenster

Autor: Nils | Datum: 19 April 2015, 09:20 | 0 Kommentare

Impressionen vom 15.04.2015:

Es ist 20:15 Uhr, Prime Time.

Nach der Fahrt mit dem Motorrad aus den Bergen zurück in die Zivilisation und zum Handyempfang, der Jeepneytour nach Iloilo City, dem Van zum Hafen und dem Boot nach Bacolod City, stehen der Bischof und ich am Busterminal. Heute geht kein Trip mehr nach Dumaguete City, der nicht weniger als sieben Stunden dauert.

Wir mieten uns in eine kleine Pension ein, die eher auf Short-Stays spezialisiert ist, als auf Übernachtungsgäste.
Der Bischof und ich fahren zum 7Eleven, kaufen Bier und Wasser und setzen uns damit in das kleine Restaurant neben der Pension.

Das Batchoy, eine Suppe mit Nudeln, Ei und Fleisch, eine Spezialität aus Iloilo, schmeckt fantastisch und die kalten Getränke lassen die schwüle Hitze freundlich wirken.

21:40 Uhr. Während Bischof Bertoldo zahlt, stehe ich am glaslosen Fenster und blicke auf die verwaiste, aber saubere Straße Bacolods. Die Gitter statt der Fensterscheibe lassen die Szene im ersten Moment vielleicht erdrückend erscheinen, aber das ist nicht so für mich. Genau zu dieser Zeit gehöre ich hier hin! Ich fühle mich gut.

Die Köchin/Putzfrau/Kellnerin/Kassiererin/Inhaberin des kleinen Ladens verabschiedet uns mit einem freundlichen Gruß.

21:50 Uhr. Zurück im Zimmer unterhalten wir uns, schauen philippinisches Basketball und schlafen dabei erschöpft, aber glücklich und zufrieden ein.

Um 2:30 Uhr wird der Wecker gehn. Der Bus nach Dumaguuete wartet. Ein nächster Tag voller Reisen, neuer Orte und Menschen, Eindrücke und der verführerischen Anziehungskraft die dieses Land auf mich ausübt.

 

Quadratisch. Praktisch.

Autor: Nils | Datum: 04 April 2015, 07:05 | 0 Kommentare

An dieser Stelle soll es keine Schleichwerbung geben sondern eine kleine Info über eine philippinische Lebensweise.

Wenn ich im Jeepney oder Bus unterwegs bin, dann ist es generell so, dass meine unfassbare Länge von 1,86 Meter nicht dafür geeignet ist, speziell die Beine. Aber was noch dazu kommt ist, dass Transport genau das ist was das Wort aussagt: das Ziel ist es möglichst viele Personen von A nach B zu bringen. Und wenn in deinem Jeepney kein Platz mehr ist, dann kann man gut erwarten, dass noch mindestens vier bis fünf Leute reinkommen (und ich kann mir an dieser Stelle vorstellen, dass Leute sagen "da übertreibt Nils aber ein bisschen". Nein. Es ist wirklich so.). Transport heißt, dass alle Menschen an ihr Ziel kommen, Komfort braucht man nicht und ich habe noch keinen Filippino/-a mitbekommen, der/die gesagt hat, dass es zu eng sei. Auch das Mitnehmen von Hühnern, Hähnen, Luftballons, Großeinkäufen oder ähnlichem ist keine Besaonderheit und wird von allen ohne Murren akzeptiert.

Ein weiteres Beispiel: was sollte man machen, wenn man müde ist und sowieso gerade nichts zu tun hat? Schlafen, genau! Und viele Filippinos haben eine faszinierende Angewohnheit sowohl überall, als auch zur jeder Zeit und irgendwie zu schlafen. Ob im Bus, am Straßenstand, in der Kirche, auf dem Boden, sitzend, stehend, liegend, im Jeepney, an der Tankstelle, auf dem Motorrad. Diese Liste hat kein Ende. Und auch ich wurde von dieser Eigenschaft schon angesteckt.

Ich könnte an dieser Stelle noch so viele Beispiele aufzählen, von Essen über Einkaufen bis zum Arbeiten. Mir ist es gerade jetzt nochmal aufgefallen, weil mein Bruder zu Besuch war und ihm häufig diese Sachen aufgefallen sind oder mir wenn ich ihn darauf hingewiesen habe, für mich war es sehr häufig schon normal.

Es kann manche Menschen nerven, es kann manchen Menschen gefallen, hier ist es wohl mehr die "Just go with it"-Einstellung. Komfort und Bequemlichkeit werden etwas zurück gestellt, hauptsache ist doch es ergibt Sinn, hilft Menschen bei irgendwas oder ist einfach unkomplizierter. Mit dem guten, alten Knigge sollte hier lieber niemand hinkommen.

Bei mir ist es so, dass ich diese Lebensweise sehr genieße, außer an Tagen wo die Stimmung etwas im Keller ist. Aber generell ist diese Unkopliziertheit einfach fantastisch!

Liebe Grüße
Nils