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Ein Plan

Autor: Nils | Datum: 24 September 2014, 13:04 | 0 Kommentare

Hey,

ich habe gestern einen ungefähren Plan darüber erhalten, wie mein Jahr aussehen wird und das teile ich euch natürlich herzlich gerne mit, denn etwa 10 Monate nach der Nachricht der VEM weiß ich auch, wie und wo ich eingesetzt werde - ein tolles Gefühl. :D

Also der Plan sieht folgendermaßen aus: Von Oktober bis Weihnachten werde ich im Visayas Community Medical Centre (VCMC) sein. Dort werde ich jede Woche in einen der 13 Krankenhaus-Bereiche reinschnuppern und kann so das gesamte Krankenhaus, den Ablauf, das Leben und Arbeiten kennenlernen. Ich darf sicher auch immer ein bisschen was tun, wofür ich mir schon ein unfassbar schickes, weißes Outfit gekauft habe. Genauer gesagt drei.

Über Weihnachten wird es dann wohl so sein, dass ich parallel mit den Schulferien, zwei Wochen frei bekommen soll. Okay.
Im Januar dann soll es Reisen und Einblicke in das Leben der Fischer, Farmer, Fahrer, armer Leute in ländlichen Gegenden und etwas über Fair Trade geben.
Im Februar ist der Plan, dass ich auf der medizinischen Outreach Stelle des VCMC dabei bin.
Der März soll ganz der Arbeit und der Teilnahme meiner örtlichen Kirche verschrieben sein (Redeemer Church) - darauf freue ich mich schon sehr.

Von April bis Mai ist es dann so geplant, dass ich Einblicke in die West-Visayas Conference mit dem Bischof bekomme, der einen super freundlichen Eindruck macht.
Von Juni bis August ist dann noch nichts spezielles geplant, wahrscheinlich darf ich dann aussuchen, in welche Bereiche ich zurückkehren möchte.

Diesen Plan darf man ungefähr nicht genau nehmen, da für mich auch Seminare anstehen, Urlaube und gerne auch Besuche oder sich ein Bereich etwas länger/kürzer gestaltet wird.
Es ist nur eine Richtlinie, was ich dieses Jahr erleben und sehen soll.

 

Ich bin total froh diesen Plan zu haben und bin ganz überrascht so weitsichtig planen zu können.
Hat mich sehr gefreut.

 

Also es geht los. So richtig am Montag (aber auch schon mit einer Reise am Samstag und allem, was sonst so anfällt in den nächsten zwei Tagen).

Seid ganz lieb gegrüßt,

ich komme wirklich gut zurecht. (*Augenbrauen hochzieh* (wie es so üblich ist))

 

Ach, das war ein Taifun?!

Autor: Nils | Datum: 21 September 2014, 17:01 | 0 Kommentare

Ich rolle das jetzt mal Stück für Stück von hinten auf.
Die letzten eineinhalb Wochen habe ich auf Kinyatarcan Island und Bantayan Island verbracht. Diese beiden Inseln liegen nördlich/nordwestlich von Cebu. Vor 11 Monaten wurden sie vom Taifun Haiyan (hier Taifun Yolanda) getroffen, bekamen aber nicht wirklich Aufmerksamkeit, da sie weitab vom Zentrum des Taifuns liegen (Tacloban auf Leyte und Samar).
In der Zeit meiner Reise mit fünf amerikanischen Freiwilligen lebten wir mit Gastfamilien zusammen (fünf verschiedene bei acht Nächten) und konnten uns mit diesen über die Erfahrungen des Taifuns, der Zeit danach und die Zukunft unterhalten.

Organisiert wurde die Reise von FarDeC (Farmers Development Centre), sodass uns Mitarbeiter begleiteten und uns auch in der Verständigung unterstützten.

Doch wie sah die Zeit letztendlich aus? Wir haben viel mit den Menschen vor Ort gesprochen, haben versucht, dass sie merken, dass wir normale Menschen sind und haben unfassbare neue Erfahrungen gemacht.

Zum Beispiel haben wir an einem Tag Mais geerntet. Da ein Taifun über die Insel zog, konnten wir nur vier Stunden arbeiten, aber es war sehr anstrengend, weil es ultra heiß war und wir lange Arbeitskleidung getragen haben, bis es dann von einem auf den anderen Moment umschwang und anfing zu regnen.
Erst als das nach einem Tag nicht aufhörte, wurde uns gesagt, dass wir es mit einem Taifun zu tun hatten. Während wir also im warmen drinnen saßen, war unser Gastvater arbeiten. Er musste mindestens acht Stunden arbeiten, egal bei welchem Wetter, um mit 150 Pesos (weniger als drei Euro) am Tag bezahlt zu werden. Es war beeidndruckend und traurig zugleich von ihm zu hören, dass er es für seine Familie macht, die auf das Geld angewiesen ist, dabei aber von den Landeigentümern (Land Lords) so ausgenutzt wird.

An anderen Tagen trafen wir uns mit verschiedenen Gruppen, um Taifun-Erfahrungen auszutauschen (wobei wir Freiwilligen wenig mitzuteilen hatten) oder durften an der Arbeit teilhaben, die unseren Gastfamilien den Lebensunterhalt finanziert (von Mais pflücken/bearbeiten bis zu Muschelketten basteln). Eine Sache fiel mir immer auf und war unfassbar ermutigend: die Gemeinschaft und der Zusammenhalt von Dorfgruppen. Es war einfach toll zu sehen, wie sich die Menschen eines Dorfes unterstützen, helfen und Spaß zusammen haben. Ich bin sehr froh, für neun Tage Teil davon gewesen zu sein.

Ein weiterer Taifun (Mario) traf uns noch, der etwas stärker war und der auch Cebu City überflutete. Da war ich noch nicht wieder zurück.
Jetzt bin ich aber zurück und darf am Dienstag meinen ersten Tag im VCMC verbringen.

 

Philippinen extrem.

Autor: Nils | Datum: 20 September 2014, 16:20 | 0 Kommentare

Angekommen bin ich vor 28 Tagen, vor vier Wochen. Es kommt mir vor wie ein Tag und ein Jahr gleichzeitig!
Und bis jetzt bin ich noch nicht an meiner Arbeitsstelle.
Heute bin ich zum zweiten Mal in Cebu City angekommen und werde morgen einen Vorstellungsgottesdienst in der Erlöser Kirche der UCCP haben, um dann am Montag meinen ersten Tag im VCMC (Visayas Community Medical Centre) zu verbringen.
Bisher habe ich das gewaltige Metro Manila kennengelernt, Davao City und Umgebung mit den Bergen von Compostella Valley und der Stadt Tagum City und Cebu als Insel, wobei insbesondere die kleinen Inseln Kinyatarcan und Bantayan.

Das bisherige Programm habe ich mit fünf amerikanischen Freiwilligen erlebt (mit Ausnahme von Manila) und mit Simon (bis der sich nach Davao verabschieden musste).
Ich liste in diesem Artikel nur einmal kurz auf, was ich erlebt und gesehen habe, weil eigentlich alles davon nocheinmal Stoff für einen eigenen Artikel zu späterem Zeitpunkt gibt:
Manila: Ankommen. Erste Dusche (:D). Besuch der Demonstration "Stand up, Sign" gegen Korruption in der Regierung mit anschließendem Protestmarsch zum Regierungsgebäude. Besichtigung von Port Santiago, dem Ort der philippinischen Unabhängigkeit. Erlebnisse im Stadtteil Tondo und an den Smokey Mountains. Kennenlernen der Arbeit von "Malignant damaging antiviral KADAMAY", einer Gruppe, die sich für die Rechte von Fischern einsetzt, die von der Regierung und großen Firmen schlimm behandelt werden.
Davao: Orientierungsprogramm in Davao City. Trip zu einem Dorf von Indengenious People (IP) in den Bergen (Panansallan) und Erfahrungen machen über das Leben ohne Strom, fließend Wasser, aber mit unglaublicher Lebensfreude. Karaoke-Session in Tagum City. Besichtigung einer Bananenplantage in Compostella und Erleben der Situation der Arbeiter dort. Gottesdienst in der riesigen UCCP Kirche Davao City. Erholungsurlaub für 24 Stunden auf Samal Island.
Cebu City: Kennenlernen Cebu City. Reise nach Kinyatarcan und Leben in der Dorfgemeinschaft nach dem Taifun Jolanda/Haiyan. Arbeit auf dem Mais-Feld und Leben mit Familien auf Bantayan. Kennenlernen der Arbeit der "Vereinigung für Fischer, Farmer, Fahrer" in Patao (Bantayan).

Das alles waren dann Trips mit Übernachtungen, Leben aus dem Rucksack, in einfachsten Verhältnissen, was uns aber nichts ausmachte, weil es unglaublich war, was wir gehört und gesehen haben.

Freut euch auf mehr, ich habe Bock zu schreiben!
Nils